Beim Thema Akustikstoff werden Schalldurchlässigkeit und Schalldämmung schnell und häufig verwechselt. In unserem Blogbeitrag erklären wir, was die Unterschiede sind, warum Stoff allein selten für Ruhe sorgt, und welche Rolle unser Akustikstoff bei der optisch ansprechenden, akustisch optimalen Lösung zur Vebesserung der Raumakustik durch schallabsorbierende Maßnahmen spielt.
Es beginnt meist mit einem Missverständnis: „Ich suche für mein Heimkino einen Stoff, der Schall dämmt. Welchen Stoff aus eurem Angebot soll ich dafür nehmen?“ Unsere Antwort auf solch eine Frage ist meistens die Bitte, uns zu erklären, was genau der Plan ist. Meistens ergibt sich aus dieser Frage ein intensives und detailliertes Beratungsgespräch, denn obwohl wir für „schalldämmende Stoffe“ nicht die richtige Adresse sind, können wir einiges zur akustischen Optimierung von Räumen beitragen. Schließlich ist "schallschuckender" Stoff ohnehin kaum das am besten geeignete Material, um ans gewünschte Ziel zu kommen, sondern eine Kombinaion aus akustisch dämmendem Material und schalldurchlässigem Akustikstoff.
Was macht Akustikstoff?
Wer nach schallabsorbierenden Textilien sucht, will in der Regel eines: Ruhe. Schall soll geschluckt, Hall reduziert, Störgeräusche minimiert werden. Genau das tun unsere Produkte aber nicht. Denn Akustikstoff ist immer darauf ausgelegt, Schallwellen möglichst ungehindert passieren zu lassen. Er soll den Klang von Hi-Fi-Boxen, Heimkino-Lautsprechern oder Studio-Monitoren nicht verfälschen und Schallwellen weder reflektieren noch absorbieren. Mit anderen Worten: er soll akustisch transparent sein.
Das Gegenteil von Akustikstoff sind sogenannt Bühnenstoffe oder Vorhangstoffe. Sie sind schwer, dicht gewebt und haben eine leichte, flauschige und matte Textur, die sowohl Licht als auch Schall absorbiert. Der Klassiker ist sogenanntes Bühnenmolton wie auf dem Bild links. Frei hängend befestigt und ab einem Flächengewicht von 500 Gramm pro m² ist dieses meist hauptsächlich aus Baumwolle gefertigte Material geeignet, Schallreflektionen in Räumen merklich zu bedämpfen. Ersatzweise können dazu auch schwere Veloursstoffe, voluminöse Teppiche oder Wolldecken dienen.
Nur: Optisch sind all diese Lösungen eher auf der pragmatischen Seite. Kaum jemand mag einen ganzen Raum mit frei hängendem Molton auskleiden und ihm dadurch den zweifelhaften Charme eines Konzertbühnen-Unterbaus verpassen. Die Zeiten, in denen riesige Wandteppiche als kleidsame Raumdekoration galten, sind seit Jahrhunderten vorbei. Und wer würde ernsthaft erwägen, sich zahlreiche Wolldecken an die Wand zu hängen?
Das Geheimnis effektiver akustischer Raumoptimierung
Was also tun, wenn es darum geht, den Hall in einem Büro gezielt zu verringern, ein Heimstudio akustisch zu optimieren oder einfach für perfekten Sound der Hi-Fi-Anlage im heimischen Wohnzimmer zu sorgen? Hier sind Materialien gefragt, die möglichst über das gesamte hörbare Frequenzband hinweg ein Maximum an Schallenergie schlucken. Das sind in erster Linie Platten aus speziellem Akustikschaumstoff sowie die weicheren Varianten von Isolierplatten aus Holzfasern, Jute, Hanf oder Schafwolle, die auch bei der ökologischen Wärmedämmung von Gebäuden Einsatz finden. Auf die Verwendung der zugegebenermaßen deutlich günstigeren Mineral- oder Steinwolleprodukte für akustische Zwecke sollte man aus gesundheitlichen Gründen unbedingt verzichten.
In Rahmen montiert und an der Wand montiert oder als Stellwand im Raum platziert sind solche Isolierplatten sehr gute Bremsen für den Schall, vor allem für die von harten, glatten Oberflächen wie Fußböden oder Wänden verursachten Reflexionen.
Genau hier treffen nun akustische Dämmung und schalltransparenter Stoff aufeinander. Denn alle ernsthaft schallabsorbierenden Materialien sind nicht besonders ansehnlich. Möchte man sie optisch ansprechend verkleiden, braucht man einen akustisch maximal durchlässigen Stoff, denn nur dann treffen sämtliche Schallwellen auf das Absorbermaterial. Erreichen Teile des Schalls den akustisch wirksamen Teil der Konstruktion nicht, können sie auch nicht absorbiert werden. Die zu hörenden Ergebnisse fallen dann bestenfalls mittelmäßig aus. Der Bespannstoff muss den Absorber also optimal kaschieren, aber jeden Ton ungehindert passieren lassen. In der Praxis sieht diese Kombinaton aus dem Auge verborgenen, akustisch wirksamen Elementen an Wand und Decke sowie einer Verkleidung mit schalltransparentem Akustikstoff dann so aus wie auf dem Foto links. Bei der Neuausstattung der Whitehouse Studios in Köln setze Studiobauer Dennis Busch auf eine Wand- und Deckenverkleidung aus verschiedenfarbigen Bespannstoffen von Akustikstoff.com, um Studioräume mit optimaler Raumakustik zu kreieren, die durch ästhetische Gestaltung und lebendige Farbigkeit frisch und inspirierend wirken.
Halbe Lösungen? Nicht mit uns!
Wie so oft liegt die Krux also darin, für einen scheinbar einfachen Anwendungszweck die wirklich optimalen Materialien zu wählen. Das ist auch beim Thema Schalldämmung eine komplexe Angelegenheit, und mit dickem Stoff allein wird man selten befriedigende Ergebnisse erzielen, wenn man nicht den gesamten Raum damit auskleidet. Wer dennoch einfach schalldämmende Stoffe sucht, wird beim Bühnenausstatter fündig, nicht aber bei uns – und das ist auch gut so. Denn wir wollen keine halben Lösungen anbieten, sondern fokussieren uns auf das, was unser Spezialgebiet ist: Stoffe, die Schall ungehindert durchlassen.
Wer also maximale akustische Transparenz braucht, sei es für die Bespannung von Lautsprechern, für die ansprechende Gestaltung von Messeständen oder für die Verkleidung von Absorbern, der ist bei uns an der richtigen Adresse. Unser Beratungstool „Akustikstoff finden“ führt dich Schritt für Schritt zum passenden Stoff. Und falls du dennoch unsicher bist, helfen wir dir gern weiter und erklären dir, welche Lösung zu deinem Vorhaben passt.

